Die Aromatherapie

«Zuerst verhaltene Nase, dann förmlich als Fruchtbombe explodierend; viel Cassis, aber auch eine Spur roter Beeren, ein Hauch Minze weht sanft über die Nase. Im Gaumen von unendlichem Schmelz in den Tanninen umgeben; bereits sanft angerundete Gerbstoffe, viel Aromatik und ein unglaublich langes Finale mit viel Rückaromen.»

René Gabriel, Bordeaux-Enthusiast



Aromatherapie heisst die Behandlung von Krankheiten mit ätherischen Ölen aus Pflanzen und kann deshalb als Zweig der Phytotherapie angesehen werden. Reine ätherische Oele sind Vielstoffgemische  und können auf verschiedene Weise auf den menschlichen Körper einwirken. In der Regel werden ätherische Öle über die Atemwege (Inhalation, Raumspray) aufgenommen, sie können aber auch auf der Haut (z.B. in Form von Salben, Bäder) angewendet werden. Auch die Einnahme geringer Mengen (wenige Tropfen) ätherischer Öle ist möglich, sollte jedoch nur in Absprache mit einer Fachperson erfolgen. In der Therapie werden die ätherischen Öle individuell für die jeweiligen Beschwerden gemischt. Insbesondere in der Kinderheilkunde ist die Verwendung von ätherischen Ölen eine bewährte Therapieform.
 
Schon zur Zeit der alten Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten – der Geburtsstätte der  Parfümherstellung – wurden duftende Pflanzenteile für therapeutische und rituelle Zwecke verbrannt. Der Begriff Parfüm (lateinisch per fumum: durch den Rauch) galt sowohl für ätherische Öle, die man für Heilzwecke verwendete, wie für Parfüms. Denn zwischen Arzneimittel und Parfüm wurde damals noch nicht unterschieden. Hippokrates, der Vater der abendländischen Medizin, soll in Athen die Stadtbewohner angehalten haben, an den Strassenkreuzungen aromatische Pflanzen zu verbrennen, um eine weitere Ausbreitung der Pest zu verhindern.

Als Vater der Aromatherapie gilt René-Maurice Gattefossé (1881-1950), ein französischer Chemiker, der Kosmetika und Parfüms herstellte. Bei einer Explosion im Jahr 1910 in seinem Labor, verbrannte er sich seine Hände. Sofort tauchte er sie in ein Gefäss mit Lavendelöl. Die Verbrennungen heilten unerwartet rasch. Die guten Eigenschaften des Öls beeindruckten Gattefossé so sehr, dass er sich an die Erforschung der Heilkraft ätherischer Öle machte. Er klassifizierte die verschiedenen Essenzen (nach der Art, in der sie den Stoffwechsel, die Nerven, die Verdauungsorgane und die endokrinen Drüsen beeinflussen) und prägte in den 1930er Jahren den Ausdruck «Aromatherapie».

Auch das Verbrennen von Räucherwerk (z.B. Myrrhe, Weihrauch, Salbei) gehört im weiteren Sinn zur Aromatherapie.

Links:

www.aromatherapieschule.ch
www.aromapraxis.de
www.farfalla.ch

www.aromalife.ch
 

Blühender Rosmarinzweig Foto: Luca Fankhauser, Langnau 2010